Im Alter riecht der Mensch anders-warum? Infos und Tipps

Das Leben bietet eine riesige Vielfalt an Themen. Eines, das wirklich interessant ist: im Alter riecht der Mensch anders. Warum das so ist, bin ich einmal näher auf den Grund gegangen…

Neben der Optik zählt, gerade beim ersten Kennenlernen, natürlich auch der Duft des Gegenübers zu einem entscheidenden Faktor, ob wir jemanden leiden können oder auch nicht. Unabhängig übrigens vom Alter. Aber besonders mit dem Verlauf des menschlichen Lebens verändert sich der Geruch, was unter anderem als Altersgeruch bezeichnet wird. Dieser ist wohl fast jedem von uns bereits bekannt: ältere Menschen riechen tatsächlich oft anders. Warum ist das so? Dieser Frage bin ich einmal intensiver nachgegangen und präsentiere euch nun hier meine aktuellen Erkenntnisse.

GeruchFotoquelle: rhs-leipzig.de

Der Körpergeruch von uns Menschen unterliegt verschiedenen Faktoren. Wie ihr auf dem Schaubild der RHS-Leipzig sehen könnt, ist es ein chemisches Zusammenspiel mehrerer Einzelfaktoren. Beeinflusst wird aber der Geruch natürlich noch durch weitere Mitspieler: Lebensmittel, Alkohol und Getränke oder Medikamente überhaupt, zum Beispiel. Wir kennen es sicherlich von uns selbst: kaum haben wir ein knoblauchlastiges oder zwiebellastiges Gericht verzehrt, dauert es nicht lange und wir verströmen eben solch einen Duft. Sehr zum Leidwesen all jener, die nicht das selbe Gericht gegessen haben.  Gerade in diesem Umstand taucht der erste Hinweis in Sachen Altersgeruch auf.

Gründe für einen veränderten Geruch im Alter

  1. Wie gerade erwähnt ist die Ernährung im Alter einer der wichtigsten Faktoren im Bezug auf eine Geruchsveränderung. Werden wir älter und älter halten wir uns mitunter längere Zeit in einem Altersheim oder Pflegeheim auf. Oder lassen uns das Essen auf Räder bringen. Hierbei erweist sich die Zusammensetzung der Speisen als ein besonders Merkmal, weshalb ältere Menschen, zum Teil sehr eigenartig, riechen. Mit ein Grund ist hier die Zusammensetzung aus Fett und Kohlenhydrate, die wiederum für die Körperausdünstungen eine wesentliche Rolle spielen.
  2. Je älter wir werden, desto reduzierter erweist sich unser Stoffwechsel. Viele ältere Menschen trinken beispielsweise zu wenig. Dadurch werden natürlich auch weniger Schadstoffe aus den Ausscheidungsorganen ausgeschieden. Oftmals lässt sich sogar durch den Uringeruch, den einen Menschen umgibt, erkennen, ob dieser gesundheitliche Probleme mit den Nieren hat. Stoffwechselstörungen sowie mögliche Organsteuerungen „befeuern“ schlechte Gerüche im Alter noch zusätzlich. Hinzu kommt eine mögliche Harninkontinenz bei Frauen und Männern.
  3. Ältere Menschen weisen in der Regel aufgrund einer reduzierten Talgbildung eine recht trockene Haut auf. Bakterien, die im eigentlichen Sinne für die Geruchsbildung zuständig sind (und nicht der Schweiß ansich), erhalten dadurch ein verändertes Klima, denn die Hautkeime unterliegen folgerichtig einem anderen Spektrum. Hier spielt übrigens auch der Faktor Medikamente eine nicht unerhebliche Rolle, denn auch diese können mitverantwortlich sein, wenn ein Altersgeruch entsteht oder langfristig vorhanden ist.
  4. Manchmal allerdings riecht unser älteres Gegenüber eigentlich „normal“, aber wenn bei uns bestimmte Gefühle einwirken, dann empfinden wir den Geruch oftmals als Gestank. Will heißen (auch wenn es sich um jüngere Menschen handelt), dass bei einer vorhandenen Abneigung der Duft der anderen Person bei uns als unerträglich durch die Nase weht. Ergo: lieber Abstand halten, will uns dann vermutlich das Unterbewusstsein mitteilen.
  5. Ein Aspekt, der Frauen betrifft: eine veränderte Scheidenflora und damit oftmals auch einhergehend ein unangenehmer Geruch. Je älter wir Frauen werden, besonders auch mit Beginn oder im Verlauf der Wechseljahre, zeigt sich, dass die Scheidenflora ihr saures Milieu verändert. Dieses nimmt ab und kann dadurch den natürlichen Schutz gegen Keime und Erreger deutlich reduzieren. Neben dem „anderen“ Geruch auch mit ein Grund, weshalb viele ältere Frauen häufig  unter Scheidenpilz, Scheideninfektion oder auch einer Infektanfälligkeit für Harninfektionen leiden.

Was gegen Altersgeruch helfen kann*

Zunächst einmal: es gibt viele alte und ältere Frauen und Männer, die nicht  unangenehm riechen, geschweige stinken. Häufig ist es sogar so, dass der Geruch von alten Menschen als recht angenehm empfunden wird (guter Artikel hierzu bei Welt.de). Doch was können wir (ja, selbst ich werde älter und älter) tun, damit wir auch im hohen Alter gut riechen und andere nicht vor uns Reißausnehmen?

  1. In erster Linie natürlich auf eine regelmäßige und gute Körperpflege achten. Ph-Neutrale Pflegeprodukte scheinen hier wertvolle Dienste zu leisten.
  2. Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, wie etwa Tee oder Wasser, damit die Ausscheidungsorgane ihren Dienst ebenso durchführen können wie auch die Haut.
  3. Auf die Ernährung und die Zusammensetzung der (fertigen) Speisen achten. Je weniger z.B. künstliche Zusätze in den verschiedenen Gerichten sind, desto weniger können diese für die Bakterien fette Nahrung sein.
  4. Bei Scheidenproblemen den Frauenarzt aufsuchen und diesen die Ursachen abklären, sowie ein passendes Gegenmittel verschreiben lassen.
  5. Bei einer beginnenden Inkontinenz bzw. als präventive Maßnahme, empfiehlt sich ein regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur.

Gewiss gibt es noch weitaus mehr an Empfehlungen wie man auch im Alter gut duftend durch die Welt spazieren kann. Wenn ihr welche wisst: heraus damit via Kommentarfunktion 🙂

Ich hoffe, das Thema hat euch die eine oder andere Erkenntnis gebracht oder lässt euch im Umgang mit älteren Menschen bezüglich Altersgeruch etwas toleranter werden. Denn eines steht fest: niemand von uns wird jünger!

*Hinweis: wer in einem Altersheim oder Pflegeheim sein muss: hier obliegen natürlich andere Voraussetzungen, weil in Abhängigkeit vom Pflegepersonal und deren zeitlichen Einsatzmöglichkeiten)

 

 

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