Rezension Roman: Sind dann mal weg von Simone Veenstra / Heyne Verlag

Ihr wollt wissen, wie das so im Alter ist? Warum ein Selbstmord durch ein verflixtes Fliegengitter verhindert wird? Das trotz hohem Alter Abenteuer noch möglich sind? Und die Liebe? Gepaart mit einer aufregenden Flucht, einer ungewöhnlichen Seebestattung und humorige Passagen? Dann wird euch der Roman „Sind dann mal weg“, geschrieben von Simone Veenstra, nicht nur gefallen, sondern auch noch eure Lachmuskeln trainieren…

Tina langweilt sich in der Seniorenresidenz Schafweide zu Tode. Erst kürzlich dort eingezogen, fragt sie sich immer wieder „Soll das denn schon alles gewesen sein?“ Am liebsten würde sie sterben. Ein erster Versuch in ihrem ehmaligen Zuhause scheiterte, was ihr nun das Wohnen unter vielen weiteren, teils sehr schrulligen Alten einbrachte. Aber wo ein Wille, da ist doch auch ein Weg, oder?! Also beschließt sie mitsamt ihren Hasenpantoffeln den Freitod durch ihr Zimmerfenster zu wählen. Und prallt am verflixten Fliegengitter ab.

Auf der Suche nach einer Geflügelschere in der Küche der Residenz, die sie verbotenerweise betritt, wird sie von Ole überrascht. Dieser wird von allen nur der Kapitän genannt, weil er als solcher einst die Meere bereiste. Ole überredet sie mit in die Kneipe um die Ecke zu kommen, wo jeden Freitag unter den Heimbewohnern ein heißes Gefecht rund um Wissensfragen ausgetragen wird. Tina, noch immer im Schlafzeug und Hasenpantoffeln unterwegs, will so nicht in das Lokal gehen. Wenn da die verdammte Verdauung nicht wäre! Hastig stürmt sie auf die dortige Toilette…und wird im Folgenden genau diese Freitage zu schätzen wissen. Bis, ja, bis kurz vor dem Sieg gegen das rivalisierende Quizteam plötzlich Ole zusammenbricht…und stirbt.

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Tina und ihre neugewonnenen Freunde Paul (der Lebemann), der schüchterne Männi, die glamouröse und kapriziöse Hedi mit ihrem pinkfarbenen Rollator, wollen Oles letzten Wunsch einer Seebestattung in Finnfjordvaer in Norwegen erfüllen. Wenn da nur nicht Oles Sohn wäre, der seinen eingeäscherten Vater in einer Urne einmauern lassen will. So nicht, beschließt die Gruppe rund um Tina und reisst sich am Tag der Beerdigung die Asche von Ole unter den Nagel. Diese landet im Verlauf der Flucht und Reise in Tinas Handtasche, nebst dem künstlichen Gelenk von Ole, das beim Verbrennen des Toten natürlich nicht zerstört wurde. Mit dabei, ungeplant und anfangs auch nicht erwünscht, Karel, der alte Bestatter, der von seiner Tochter in die Seniorenresidenz abgeschoben werden soll. Inklusive dem Einschläfern seines geliebten kleinen Hundes ein absolutes No-Go.

Die Freunde durchqueren verschiedene Länder, erleben ein Abenteuer nach dem anderen und befürchten ständig von Oles Sohn, besser gesagt von der Polizei, entdeckt und festgenommen zu werden. Immerhin haben sie die Asche eines Toten im Gepäck! Hinzu kommen die einen oder anderen körperlichen Wehwehchen, Pauls merkwürdiges Verhalten während der Reise, Hedis schrulliges und kapriziöses Verhalten und Gefühle, die doch eigentlich im hohen Alter nichts mehr zu suchen haben. Oder?

Mein Fazit zum Buch „Sind dann mal weg“:

Die Autorin Simone Veenstra, aufgewachsen in Franken und zwischenzeitlich in Berlin lebend, schreibt neben Romanen auch Hörspiele sowie Drehbücher und hat mit Dorothea Martin einen eigenen Independent-Verlag gegründet. „Sind dann mal weg“, erschienen in der Originalausgabe aktuell 2017 im Heyne Verlag, weist das spritzige Denken der Autorin auf. Humorvoll und einfühlsam skizziert sie ihre Protagonisten so, dass die Angst vor dem Alter und der Einsamkeit etwas weiter von einem rückt. Denn nein, DAS muss nicht alles gewesen sein. Wenn Freundschaften vorhanden sind. Ein positives Denken. Mut zum Handeln. Und die Liebe.

Der Roman ist herrlich kurzweilig und spannend zu gleich, denn bei der 3000km langen Reise nach Norwegen befürchtet man als Leser doch tatsächlich, dass die Freunde ihr Ziel nicht erreichen. Werden sie Ole so bestatten können wie er es sich gewünscht hat? Obwohl er doch eigentlich nie Kapitän war? Findet es heraus und kauft euch diesen Roman, den ich nur wärmsten empfehlen kann.

Das Buch „Sind dann mal weg“, geschrieben von Simone Veenstra, ist im Heyne Verlag erschienen, umfasst 400 Seiten, kostet 9,99€ und ist demnächst (ab 9.Oktober 2017) im Buchhandel ebenso erhältlich wie auch ganz bequem mittels Vorbestellung zum Erscheinungstermin unter folgendem Link: Sind dann mal weg: Roman

 

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