Rezension: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni / Penguin Verlag

Diesmal stelle ich euch einen bezaubernden Roman vor, der beim Erreichen des Endes bei mir ein Bedauern ausgelöst hat. Ewig hätte ich weiterlesen können…von Elettra, Adrian, Edda, den Inselnbewohnern der kleinen Mittelmeerinsel, dem Kloster, Liebe, Machenschaften und der Suche nach der Vergangenheit. Mitsamt dem Duft nach Zitronen und Backrezepten, die für die Seele gemacht sind. „Die Zitronenschwestern“, geschrieben von Valentina Cebeni, ist der perfekte Roman…

…für den Feierabend, den Urlaub, einfach so zwischendurch oder eingekuschelt auf dem Sofa oder im Bett 🙂

A bis Z neue Bücher Sommer 2017 067

Bereits nach den ersten Seiten von „Die Zitronenschwestern“ spürt man förmlich den Geschmack von Zitronenbonbons im Mund. Gemacht durch Eddas noch junge Hände im Sommer 1940. Sie und ihre beste Freundin Josèphine, nach einem Blutsschwur eigentlich eher so etwas wie Schwestern, leben im Kloster auf der Insel Isola del Titano. Edda liebt das Backen und Kochen. Und die Inselbewohner lieben ihre süßen und salzigen Kreationen. Der Geschmack von Zitronen, der Duft nach ihnen und dem nach Anis…unvergesslich, ein Leben lang…

Der Roman macht nach den ersten Seiten einen Zeitsprung. Genauer gesagt zu Elettra, die den Kampf um die Bäckerei „La Bottega dei Sogni – Der Traumladen“ verloren hat. Das Geschäft gehört eigentlich ihrer Mamma Edda, wobei sie auf deren Wunsch stets an ihrer Seite war. Dabei wollte Elettra doch viel lieber als Journalistin arbeiten. Doch als brave Tochter lernte sie das Backen, wenn auch eher widerwillig. Das Schicksal hingegen nahm sich Edda nach einem Schlaganfall, indem sie ins Koma fiel. Die noch junge Elettra steht plötzlich alleine da. Mit dem Kummer, mit ihrer Wut und der Tatsache, dass der Traumladen pleite ist. Hinzu kommt, dass sie nie erfahren hat wer ihr Vater ist und auch sonst scheint ihre Mutter viele Geheimnisse in ihren nunmehr andauernden Schlaf mitgenommen zu haben. Als Elettra ihre Mutter im Krankenhaus besuchen geht trifft sie die blinde, alte Frau namens Eva, die ihr eine Botschaft von Edda übermittelt. Und das Leben nimmt eine unerwartete, schwierige und fast mysthische Wendung…

Elettra beschließt auf die Insel Isola del Titano zu fahren und nach der Vergangenheit zu suchen. Die ihrer Mutter, und somit auch ihre selbst. Die Menschen auf der Insel zeigen sich verschlossen. Gerüchte gehen über die Inselbewohner herum, sogar bis aufs Festland. Auf der Suche nach einer Unterkunft kommt die junge Frau zum Kloster, in dem sich eine Statue der Schutzheiligen der Bäcker befindet. Ist sie der erste Hinweis auf all die Fragen, die Elettra hat?

Im Kloster leben Lea, die ebenfalls junge Besitzerin des maroden Klosters, sowie Nicole und Dominique. Alles erscheint für Elettra etwas seltsam. Ein Eindruck, der sich mit verlaufender Zeit verstärkt. Die Menschen auf der Insel sind verschlossen. Auch Lea weicht Fragen aus. Botschaften „Frag nicht so viel“ werden unter der geschlossenen Tür von Elettras Zellentür durchgeschoben. Die junge Frau ist verwirrt und doch fühlt sie, dass sie auf der Insel und im Kloster all ihre Fragen lösen wird…

Als der Bürgermeister der Insel Lea erneut angeht, die als Waise einst bei den Nonnen gelebt und das Kloster gekauft hatte, weil er gänzlich andere Pläne mit dem Kloster hat, wird der Kampfgeist von Elettra geweckt: Geld muss her, damit Lea das Kloster einigermaßen renovieren kann. Aber wie? Und sie beginnt zu backen: Anisbrötchen, Foccacine mit Äpfeln, Guelfi…Nicole wird ihre Helferin und auch Lea, Dominique sowie die alte Hebamme Isabelle wollen sich nicht kampflos den Intrigen des Bürgermeisters ausliefern…

Als auch Adrian, ein Künstler, der ebenfalls seit einiger Zeit auf der Insel lebt seine Hilfe bei den notwendigen Reparaturen anbietet, scheint sich die einstige Geschichte von Edda und Josèphine zu wiederholen…

Mein Fazit zu „Die Zitronenschwestern“:

Die Autorin hat ein wunderbares Werk erschaffen, das einen direkt mit in das Leben von Elettra und auf die Insel nimmt. Die Düfte von Zitronen, Zimt, Anis, Rosenwein…nehmen einen durch die Worte gefangen. In unregelmäßigen Abständen entdeckt man in dem Roman zudem immer wieder einmal ein Rezept, das sich lohnt nachgebacken oder nachgemacht zu werden. Zudem fiebert man als Leser Seite für Seite mit, ob Elettra den Geheimnissen und Spuren der Vergangenheit näherkommt. Geheimnisse, die auch Lea betreffen. Und die alte Äbtistin, die von allen totgeglaubt wird…Spannung, Romantik, verwirrte Gefühlswelten, Ängste, starke Frauen: in diesem Roman findet ihr all das und noch viel mehr. Prädikat: Top-Empfehlung!

Der Roman „Die Zitronenschwestern“, geschrieben von Valentina Cebeni mit einer Übersetzung aus dem Italienischen durch Sylvia Spatz und Brigitte Lindecke, ist im Penguin Verlag erschienen, umfasst 447 Seiten, kostet 10€ und ist im Buchhandel ebenso erhältlich wie ganz bequem unter folgendem Link: Die Zitronenschwestern: Roman

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