Verabschiedet euch beim Abnehmen von dem Wort Verzicht

Die Hose und der Rock zwickt, die fetthaltigen Rettungsreifen lassen euer Spiegelbild in die Breite gehen, die Atmung ähnelt dem eines Wales, der Blutdruck bereitet euch Kopfzerbrechen…es gibt genügend Gründe, weshalb wir Menschen abnehmen wollen oder gar müssen. Eines der schlimmsten Wörter ist hierbei das Wort „Verzicht“, denn es zerstört eine Diät oder den Abnehmwunsch schon im Keim.

Ich spreche auch bei diesem Thema aus eigener Erfahrung, sowie aus dem was ich einst als Leiterin einer Abnehmgruppe im Fitnessstudio erleben konnte. Irgendwann scheint das Körpergewicht ein Eigenleben zu entwickeln. Die Arme wabbeln aller Winke-Arm, der Knopf der Hose wird vom Bauch gefressen, der Partner gebeten einem die Schuhe zuzubinden und der Arzt steht mit erhobenem Finger und zusammengezogenen Augenbrauen vor einem. Dabei haben wir doch kaum bemerkt wie wir auseinander gegangen sind!

Auslöser für eine, zum Teil massive, Gewichtszunahme gibt es derer viele. Frust, Trauer, Stress, Mobbing, Depressionen, Bewegungsmangel, Sucht nach Weizenprodukte, keine Zeit zum gesunden, frischen Kochen, Verlust des Partners oder eines anderen nahestehenden Menschen…spätestens dann, wenn der Arzt Erkrankungen diagonistiziert, heißt es allerdings weg mit den überflüssigen Pfunden.

Nun sagen (sich) viele schlaue Menschen „du musst auf das und das verzichten, damit du abnimmst“. Stopp, genau das ist ein fast schon fataler Ratschlag!

In dem Moment wo der Mensch auf etwas verzichten muss oder soll aktiviert er das kleine Männchen im Kopf. „“Wie, du willst auf Schokolade, Burger, Eiscreme, fettes Essen und doppelte Portionen verzichten? Du weißt doch, dass du dich damit tröstet und beruhigst, also lass das mit dem Verzichten lieber!“ Ja, so ein kleines Männchen kann einem ganz schon in den Gehirnwindungen schwirren. Zu gerne hören wir dann auf ihn und schlagen uns, mit einem äußerst schlechten Gewissen, oftmals heimlich den Bauch mit all den Leckerein voll.

Doch es gibt eine Lösung für dieses Problemmännchen im Kopf: erlaubt euch alles worauf ihr Lust habt! Haltet euch zuhause eine kleine Schublade oder ein Regalfach für all das „Schlechte“ frei! Allerdings mit einigen Ansätzen, damit das Abnehmen doch noch funktioniert.

Ich selbst bin gerade wieder dabei einige Winterpfunde von den Hüften, Bauch und Schenkeln zu werfen. Mein Impuls weizenfrei zu leben kombiniere ich inzwischen mit viel vegetarischem Essen und ab und an sogar mit veganer Kost. Ernährungsumstellung statt die hässlichen Worte Verzicht und Diät. Beide haben nämlich einen negativen Beigeschmack und machen uns viel mehr Lust auf die Herrlichkeiten der Nahrungsmittel. Trotzdem gibt es bei uns zuhause ein Fach mit verschiedenen Süßigkeiten, das Backfach beherbergt alles was für einen leckeren Kuchen MIT Weizen und Co. notwendig ist.

Wenn ICH will, dann kann ich darauf zu greifen. Jederzeit. Aber ich will gar nicht. Warum nicht, obwohl doch alles so lecker vor meiner Nase und dem inneren Auge rumschwebt? Weil ich könnte, wenn ich wollte, aber ein Ziel vor mir habe. Das Ziel ein paar Kilo weniger mit mir rumzutragen kommt nicht von ungefähr. Je mehr ich wiege, desto mehr zeigt sich die Cellulite. Gefällt mir nicht. Je mehr ich wiege, desto mehr schmerzen meine Beine, weil sie vermehrt Wasser einlagern. Gefällt mir nicht. Esse ich weizenhaltige Nahrungsmittel bläht sich mein Bauch zum Ballon auf. Gefällt mir nicht. Einige meiner schönsten Hosen frissten ein stilles Dasein, weil ich nicht mehr reinpasse (und das nur wegen 5-6 Kilo). Gefällt mir nicht. Wenn ich zu Schokolade, weizenhaltigen Kuchen, fette Wurst, viel Fleisch und wenig Obst und Gemüse greife, bekomme ich eine fahle, schlechte Haut, ich bekomme Bauchweh oder Kopfschmerzen und fühle mich wie eine laufende Walze (obwohl ich aktuell immer noch Kleidergröße 36/38 tragen kann). Gefällt mir alles nicht.

Also: da ich ja könnte wenn ich wollte, aber mein Ziel vor Augen habe (schlanker, fitter, weniger körperliche Beschwerden, mehr schöne Erlebnisse für meine Seele…) und rigoros das Wort „Verzicht“ aus meinem Vokabular gestrichen habe, ist das kleine Männchen der Verführung ganz still in meinem Kopf. Und genau das kann ich euch ebenfalls empfehlen. Löscht das Wort Verzicht aus eurem Kopf. Wenn der Hipper zu stark auf etwas wird, nehmt euch ein kleines Stück davon, lasst es bewusst auf der Zunge vergehen und macht euch kein schlechtes Gewissen! Heute Abend oder morgen geht es ganz normal mit eurer Ernährungsumstellung weiter und ihr werdet sehen, der langfristige Erfolg ist euch trotzdem gewiss.

Fotoquelle: dreamstime.com

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