Taffe Frauen brauchen keinen Ernährer

Hallo allerseits!

Langsam werden unsere Treffen zu einer liebgewonnenen Begegnung und das nicht nur, weil ihr so angeregt an unseren Gesprächen teilnehmt. Übrigens sehr angenehm, denn je besser wir uns kennenlernen, desto offener kann man schlussendlich über Themen reden, die nicht unbedingt diejenigen sind, die in den einschlägigen Zeitungen mit den vielen Bildchen auftauchen.

Sagt mal, was denkt ihr eigentlich über das täglich präsente Thema gewisser Kombinationen zwischen Frauen, Männer, Beziehung und Beruf? Sucht ihr als Frauen immer noch nach der starken männlichen Schulter, die sich bei genauerer Betrachtung zu der eures Ernährers mutiert? Und von der anderen Medaillenseite aus gefragt: Fühlt ihr euch als Mann noch als Partner oder doch eher wie ein laufender Geldsack?

Mal ehrlich, was hat sich in den vergangenen weit über hundert Jahren nicht alles im positiven Sinne für die Frauenwelt getan! Beeindruckend, wobei hier nicht nur die Rede von dem Wahlrecht für Frauen ist oder der Tatsache, dass Frau seit 1961 die Pille für ihren kontrollierten Kinderwunsch einsetzen kann. Von Mathilde Franziska Giesler über Alice Schwarzer oder auch Luise Aston – allen Frauen (genauer gesagt Feministinnen) lag mal mehr, mal weniger radikal, die Gleichberechtigung der Frau am Herzen. Was von der Denkstruktur wirklich lobenswert ist und war, erweist sich allerdings bei Millionen von Frauen hier im Land (ihr wisst doch, bei gewissen Themen bleiben wir hier im Land und reden nicht von den weltweiten Zuständen) als ein täglicher paradoxer Zustand zwischen „ich will und ich kann“ und „Schatzi, mach du mal!“

Zum besseren thematischen Verständnis, einen kurzen Ausflug in den durchschnittlichen Lebensalltag von Frauen und Männern im Land, die da Paare sind. Zahlreiche Frauen sind wirklich taff: eine erstklassige Schulbildung samt Studium oder hervorragende Ausbildung in so gut wie jeder Branche, aufstrebende berufliche Positionen (zumindest bis zum Zeitpunkt X) und Möglichkeiten der Entfaltung im beruflichen, sowie im privaten Bereich, wovon noch vor wenigen Jahrzehnten die überwiegende Zahl der Frauenwelt nur geträumt hat. So weit, so gut, aber, und nun kommen wir doch mal zum eigentlichen heutigen Thema, warum verflixt noch mal machen es sich Frauen bei einer ehrlichen Betrachtung so einfach im Leben, in dem sie alles haben wollen, jedoch den Partner an ihrer Seite als Ernährer fast schon missbrauchen? Ja, ihr braucht gar nicht so empört den Kopf zu schütteln. Es ist so.

Frau will auf den Chefsessel, gutes Geld verdienen, Anerkennung bekommen und mit ihren Diplomen glänzen. Prima, warum nicht!? Und dann tritt irgendwann ein ganz besonderes Phänomen im Lebenslauf der Frauen ein: die stille Verwandlung von der taffen Frau zum bequemen Weibchen. Die Diplome hängen langsam verstaubend an der Wand, die Kinder werden als Vorwand genommen nun nicht mehr so wie früher den eigenen Lebensunterhalt (mitzu-) verdienen zu können und folgerichtig wurde aus dem einst männlichen gleichberechtigten sexy Partner (ja meine Damen, auch Männer dürfen die Gleichberechtigung für sich beanspruchen) mit der starken Schulter für gute wie schlechte Stunden, ein Partner, der in seinem Sein degradiert wird.

Diese Degradierung zeigt sich dann darin, dass Frau Taff ihn nicht nur dazu verdonnert mindestens die Hälfte des Haushaltes inklusive der Kinderbetreuung neben seinem Job (und Überstunden, die zudem oft genug auch eine Art Flucht sind) zu übernehmen, damit sie noch genügend Zeit für Kosmetikbehandlungen (Schatz, ich will ja für dich gut aussehen), Tennisstunden und Tratschrunden mit den Freundinnen hat, nein, obendrauf wird der geliebte Dreibeiner dann noch zum laufenden Geldsack, sprich Alleinernährer. In der Steinzeit war das ja noch vollkommen in Ordnung, aber wer Freiheit und Macht will, der sollte gefälligst auch seinen Hundert-Euro-Eiscreme-Hintern bewegen und als Frau etwas dafür tun. Männer haben nämlich durchaus das Recht nicht alles alleine auf den starken Schultern tragen zu müssen, denn wer auch immer die Menschheit und folglich die Geschlechter geschaffen hat, hat einst nicht die Rollenverteilung mit in die Gene gemeißelt. Oder habt ihr von solch einer genetischen Prägung mehr Kenntnis als ich?

Solange ich allerdings keine Beweise für derartige Verteilungen habe, sage ich frei heraus, dass Gleichberechtigung für beide Geschlechter auch Gleichberechtigung in allen Lebenslagen bedeutet. Gewiss, nicht immer spielt die Lebensplanung 100% so mit wie Frau oder auch Mann es gerne hätten und oft genug gibt es eine zeitlang keine andere Möglichkeit als das ER die Kröten heim bringt, aber wer wirklich als Frau die Aussage in den Mund nimmt „ich bin taff und stehe meine Frau im Leben!“, sollte die High Heels im Schrank lassen und dafür sorgen, dass der eigene selbstverantwortliche Part im Leben in die lackierten Finger genommen wird. Hat übrigens einen tollen Nebeneffekt: der geliebte Partner fühlt sich weniger gestresst und müde (Geld wächst leider noch nicht auf Bäumen), ist ausgeglichener, weil er mehr Zeit hat, erkennt seine Partnerin als gleichwertig an und greift sogar ohne Gemecker und Gezeter zum Staubsauger. Dass er es dann auch  nicht mehr nötig hat aus stillem Protest im Stehen die Toilette zu benutzen, ist fast schon eine weitere logische Folge. Geschweige davon, dass er auch „zwischenmenschlich“ deutlich besser seinen Mann stehen kann als mit Wischmop und Staubwedel in der Hand.

Wie gesagt, es gibt Situationen im Leben einer Frau, die dafür verantwortlich sind eine gewisse Zeit lang das Zepter aus der Hand zu geben. Aber es ist äußerst unfair, wenn die Möglichkeit besteht taff eine ehrliche Gleichberechtigung zu leben, alles auf den männlichen Part abzuwälzen. Und mal ehrlich: wer die Aufgaben in einer Beziehung, Familie und Haushalt fair unter sich aufteilt, der hat deutlich mehr vom Leben. Nämlich gegenseitige Achtung, Respekt, Interesse und die Möglichkeit ohne Stress und Streit gemeinsam viele schöne Momente einzusammeln.

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