Claudia, der 6. Teil

Um dreiundzwanzig Uhr waren wir zu Hause und ich hatte eine unheimliche Lust Emanuel ganz nah zu sein. Was ich mit „nah sein“ meine? Na, kuscheln und Sex. Wann, wenn nicht während dem Miteinanderschlafen kann man sich als Paar intensiv verbunden fühlen?! Mein Süßer warf sich aufs Sofa, schnappte sich die Fernbedienung und zappte sich durch das Nachtprogramm. Ich nutzte die Gelegenheit um mich für die aufregenden Stunden vorzubereiten.

Im Bad ließ ich heißes Wasser in die Wanne, tröpfelte Wildrosenöl hinein, legte mir meine Utensilien zurecht (auch nicht das kleinste Haar sollte heute stören) und betrachtete mich einen Moment im Spiegel. Für mein Alter und nach zwei Schwangerschaften sah ich noch ganz passabel aus. Die wahre Körperlichkeit zeigt sich ja erst im nackten Zustand. Wenn du dich im Spiegel betrachtest, gefällst du dir dann noch? Naja, gut, die eine oder andere Delle an den Oberschenkeln ist schon sichtbar und das der Busen nicht mehr 100% oben steht ist ja verständlich. Also ich finde mich noch sexy, besonders mein Hinterteil hat was. Kapitalmässig. Auf bestimmte Rundungen fahren die Männer ja ab. Ob der Kohlhussel deshalb die Anmache gestartet hat? Allein der Gedanke, dass er mit seinen Wurstfingern auf meinem Po rumgrapschen könnte, verursachte mir Übelkeit. Schnell verscheuchte ich diesen Gedanken, stieg in die Badewanne und sank mit einem Seufzer ins heiße, ölige Wasser. Wie das immer duftet! Wildrosen. Die regen immer meine Fantasie an…

Womit spielt deine Fantasie? Hi, hi, hattest du auch schon solch wilde Gedanken, wie etwa Sex mit zwei Männer und so? Prickelnd, aber im realen Leben würde ich derartige Geschehnisse nicht wirklich austesten wollen. Bist du mit deinem Sexualleben zufrieden? Macht es dir Spaß? Echt? Ist nicht wahr, oder? Kann es sein du tust oft nur so als ob? Was hast du denn davon, wenn du deinem Partner zuliebe mitmachst und auch noch den Orgasmus vorspielst?

Das finde ich gar nicht gut! Als ich noch mit Marc verheiratet war, hab ich auch oft genug vorgetäuscht zum Höhepunkt gekommen zu sein. Damals hatte ich keine Lust auf Sex, aber Marc warf mir vor ich hätte wohl einen anderen, dass ich keinen Bock auf ihn hätte. Wie sinnig, wo er ständig jedem Rock hinterher gejagt war, wobei ich dummes Schaf das viel zu spät wahrgenommen hatte. Nun, als damalige treusorgende Ehefrau hab ich ihm eben das gute Gefühl geben wollen mein Held zu sein. Dass er eigentlich im Bett eine Flasche war, wollte ich ihm nun wirklich nicht sagen, du weißt ja wie Männer so sind. Verletztes Ego und ähnliches, als Frauen schützen wir sie ja gerne in dem Punkt. Ist ja auch reichlich fies einem Partner zu sagen, dass er ständig an der falschen Stelle streichelt oder es nun mal nicht der Hit ist, wenn er nach zehn Minuten schon fertig ist und sich selig auf die Seite dreht und schnarcht. Hast du dich schon mal gefragt, warum wir Frauen sowas machen anstatt zu sagen „du, weißt du was, du rubbelst hier keine Rubbelkarte auf und ich zeig dir mal, was mir wirklich gefällt und mich zum Orgasmus bringt“?

Mal ganz ehrlich, so genau kann ich uns da als Frauen nicht verstehen. Gleiches gilt zudem für die tollen Ausreden „Schatz, ich hab Kopfschmerzen“ oder „ich bin so müde“. Warum sagen wir nicht einfach, dass er in seinen Jogginghosen mit der Bierflasche in der Hand und müffelnd, weil weder geduscht noch parfümiert, einfach nur ätzend ist? Oder er so einfühlend ist wie der Presslufthammer beim Öffnen des alten Straßenbelags? Ich sag dir, wir sind wirklich komisch. Ob das an der evolutionären Entwicklung liegt, die eigentlich vor zig Tausend Jahren in diesen Punkten stehen geblieben ist? Wie dem auch sei, ich erzähl dir einfach mal weiter, was so geschehen ist.

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